Aktuelle Statistik: Weiter großer Mangel an Ärzten

Aktuelle Statistik: Weiter großer Mangel an Ärzten

„Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte wächst zu langsam, um die enormen Herausforderungen zu bewältigen, vor denen unser Gesundheitssystem steht.“ Davor warnte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), anlässlich der aktuellen Vorstellung der Ärztestatistik.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sprechen für sich: Allein zwischen 2009 und 2017 stieg die Zahl der Behandlungsfälle in den Krankenhäusern von 17,8 auf 19,5 Millionen. Hinzu kommen etwa eine Milliarde Arztkontakte jährlich in den Praxen.

Laut der aktuellen Ärztestatistik der Bundesärztekammer zufolge sind 392.402 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland berufstätig. Dies sind 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil der berufstätigen Ärztinnen ist dabei erneut angestiegen. Er beläuft sich nun auf 47,2 Prozent.

„Die Zahl der Köpfe steigt. Aber sie steigt nicht schnell genug, um den wachsenden Behandlungsbedarf abzudecken“, sagt Montgomery.

Wie aus der Ärztestatistik hervorgeht, hat sich die Zahl der im ambulanten Bereich angestellten Ärzte seit 1996 fast versechsfacht. Sie stieg im Vergleich zum Vorjahr auf rund 40.000 (+ 10,6 Prozent). Dagegen ist die Zahl der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, das sind Ärzte mit einer eigenen Praxis, im vergangenen Jahr um 884 auf 117.472 gesunken. Dies entspricht einem Minus von 0,7 Prozent. Der Anteil der im Krankenhaus tätigen Ärztinnen und Ärzte ist bezogen auf alle ärztlich Tätigen fast unverändert geblieben und beläuft sichauf 51,4 Prozent (Vorjahr: 51,5 Prozent).

Immerhin verzeichnet die Ärztestatistik ein leichtes Plus bei den Facharztanerkennungen. Im Jahre 2018 wurden 13.336 Anerkennungen ausgesprochen. Damit lag die Zahl über den 12.947 Anerkennungen des Jahres 2017. Die meisten Anerkennungen wurden mit 2.051 für die Facharztbezeichnung Innere Medizin erworben. Die Zahl der Anerkennungen in den Fächern Allgemeinmedizin sowie Innere und Allgemeinmedizin (Hausarzt) ist gegenüber dem Vorjahr von 1.415 auf 1.567 gestiegen.

Etwas Entlastung schafft der Zuzug von Ärzten aus dem Ausland. Die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärztinnen und Ärzte ist laut der aktuellen Ärztestatistik um rund 3.500 auf annähernd 55.000 gestiegen.

Quelle: Bundesärztekammer/ Ärztestatistik