Das Vorstellungsgespräch mit Hospitation am deutschen Krankenhaus

Das Vorstellungsgespräch mit Hospitation am deutschen Krankenhaus

Herzlichen Glückwunsch! Sie wurden von dem Krankenhaus, mit dem wir zusammenarbeiten, als guter und interessanter Bewerber eingestuft. Wir haben daher für Sie alles organisiert und Sie reisen jetzt nach Deutschland und sind schon ganz gespannt, was Sie erwartet.

Bevor Sie zu Ihrer Reise nach Deutschland starten, sollten Sie die folgenden Punkte vorbereiten:

  • Kopien Ihrer Unterlagen (Lebenslauf, Arztdiplom, Sprachdiplom) zur Übergabe an den Chefarzt vorbereiten und Einpacken
  • Weißen Arztkittel und Arztschuhe für die Hospitation einpacken
  • Alle Informationen, die Sie zur Stelle, zur Abteilung, zum Chefarzt und zum Krankenhaus haben noch einmal gedanklich durchgehen

Ziel des Vorstellungsgesprächs sollte für Sie sein, die folgenden Punkte zu klären:

  • Entsprechen die Stelle und das Krankenhaus meinen Vorstellungen?
  • Finde ich hier Arbeitsbedingungen und das Umfeld, das ich mir vorstelle?
  • Verstehe ich mich grundsätzlich mit den Gesprächspartnern?
  • Wie sind meine Perspektiven?

Meist werden Sie von der Personalleitung empfangen und begrüßt und danach zu dem Vorstellungstermin beim Chefarzt begleitet. Der Chefarzt stellt Ihnen meistens nach der Begrüßung und etwas „Smalltalk“ seine Abteilung und das Krankenhaus vor. Danach wird er Sie bitten, sich vorzustellen und etwas zu Ihrem Studium und Ihren ärztlichen Erfahrungen zu erzählen. Oft entwickelt sich hier ein medizinischer Dialog oder Fachgespräche.

Klassische Fragen vom Chefarzt im Vorstellungsgespräch sind:

  • Warum wollen Sie nach Deutschland?
  • Beim Residenten: Warum wollen Sie Anästhesist (Gynäkologe, Internist, Chirurg, …) werden?
  • Beim Facharzt: Warum sind Sie Anästhesist (Gynäkologe, Internist, Chirurg, …) geworden?

Auch wenn Sie sich (noch) nicht sicher in der deutschen Sprache fühlen: Seien Sie aktiv! Fragen Sie alles, was Sie interessiert! Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie bitte nach!

Häufig findet nach diesem Gespräch noch eine Hospitation, oft am nächsten Tag, statt. Meist beginnt diese Hospitation mit der Frühbesprechung am Morgen. Hier sind alle Ärzte der Abteilung dabei. Sie werden vorgestellt und erhalten eine Einweisung zum Tagesablauf. Meist begleiten Sie dann einen Arzt, um einen Arbeitstag in der Fachabteilung zu erleben -und Schwerpunkte, Behandlungsmethoden, Operationstechniken und Ausstattung zu sehen. Auch hier ist es wieder wichtig, dass Sie aktiv sind und immer wieder Fragen stellen. Nutzen Sie diese Zeit und fragen Sie alles was Sie interessiert!

Gut zu wissen:

Kleidung/Dresscode: Zum Vorstellungstermin bitte gepflegt und in Business-Kleidung erscheinen (Hemd oder Bluse, Hose, Jackett). Bei Männern: Eine Krawatte ist nicht notwendig.

Informationen: Je besser Sie sich schon vorher über das Internet über das Krankenhaus und die Abteilung informiert haben, desto besser können Sie Fragen stellen. Jeder Chefarzt freut sich über gute Fragen und er erkennt daran auch, dass Sie sich bereits vorinformiert haben.

Feedback: Fragen Sie nach einem Feedbackgespräch nach Abschluss Ihre Hospitation, das stattfinden sollte, bevor Sie abreisen. Hier bekommen Sie schon einmal einen ersten Eindruck mitgeteilt und wenn Ihnen die Stelle gefällt, können Sie das durchaus sagen.

Arzt-Kollegen, die Sie bei der Hospitation kennen lernen: Ganz häufig befragt der Chefarzt sein Team zu einer Einstellung von Ihnen. Das bedeutet, dass alle Ärzte in der Abteilung gefragt werden, welchen Eindruck Sie gemacht haben.

Nervosität: Natürlich sind Sie nervös. Das ist normal. Sie sind in einem fremden Land und sollen in einer Sprache kommunizieren, in der Sie noch nicht perfekt sind! Lassen Sie sich dadurch nicht blockieren. Ihre Gesprächspartner kennen dieses Problem und berücksichtigen das. Seien Sie motiviert, interessiert und auch ein wenig neugierig, dann werden Sie auch erfolgreich sein!

Richtige Anrede: In Deutschland ist es nicht üblich, sich mit Vornamen anzusprechen. Die richtige Anrede für den Chefarzt ist: Herr Dr. Schmidt oder Frau Dr. Meier. Auch Oberärzte spricht man mit Herr Dr. Schmidt oder Frau Dr. Meier an. Sie werden sehen, dass auch Sie im Gespräch mit Herr oder Frau „Ihr Nachname“ angesprochen werden.

Rainer Groll, Medbörse GmbH & Co. KG, Gießen