Personalentwicklung im Krankenhaus beginnt mit dem Vorstellungsgespräch

Personalentwicklung im Krankenhaus beginnt mit dem Vorstellungsgespräch

Anmerkungen zu Vorstellungsterminen mit ausländischen Ärzten

Sie oder Ihre Personalabteilung haben eine interessante Bewerbung für eine Vakanz erhalten. Sie haben einen Vorstellungstermin, idealerweise mit anschließender Hospitation, in Ihrer Fachabteilung arrangiert.

Damit dieser Vorstellungstermin auch erfolgreich ist, sollten Sie einige wichtige Punkte berücksichtigen.

Auch wenn der Arzt „nur“ aus einem EU-Nachbarland kommt, ist es doch immer eine extreme Stress-Situation sich an einem Deutschen Krankenhaus vorzustellen. Häufig ist die Anreise lang und anstrengend und die Nervosität, auch wegen der deutschen Sprache groß. Stellen Sie sich einfach vor, Sie würden sich auf eine Stelle im Ausland bewerben, dann können Sie die Situation gut nachempfinden.

Wichtig ist daher, dass der Aufenthalt in Ihrem Haus gut organisiert ist und ständig ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Sie sollten dem Arzt das Gefühl geben, dass er ein geschätzter Bewerber und in Ihrem Haus willkommen ist. Das schafft von Anfang an Vertrauen und erhöht die Loyalität, sofern dieser Arzt später bei Ihnen arbeitet.

Meist erfolgt zuerst die Vorstellung beim zuständigen Chefarzt. Hier stellt der Chefarzt nach dem üblichen „Smalltalk“ das Krankenhaus und seine Abteilung vor und gibt dem Kandidaten Gelegenheit, seinen Werdegang darzustellen. Man tauscht sich fachlich aus und versucht einen Eindruck von der Persönlichkeit seines Gesprächspartners zu bekommen. Anschließend erfolgt oft ein gemeinsamer Rundgang durch die Fachabteilung und das Krankenhaus.

Bei einer Übernachtung des Bewerbers ist es sinnvoll auch für den Abend eine Verabredung zu treffen. Eine Einladung des Chefarztes oder eines anderen Mitarbeiters zu einem gemeinsamen Abendessen ist oft hilfreich. Man kann sich „informell“ besser kennen lernen und auch einmal über private Themen reden. So bekommen Sie auch „zwischenmenschlich“ ein gutes Gefühl für den Bewerber. Nicht zielführend ist es, wenn der Kandidat abends allein, „fern der Heimat“, in seinem Gastzimmer sitzt.

Die Hospitation sollte gut organisiert und strukturiert sein und einen realistischen Einblick in den Arbeitsalltag zeigen.

Dabei ist es durchaus möglich, dass Ihre Mitarbeiter auch negative Erfahrungen (Dienste, Stress, Unterbesetzung etc.) an Kandidaten weitergeben. Auf entsprechende Fragen dazu sollten Sie vorbereitet sein.

Vor der Abreise des Bewerbers sollte unbedingt ein Abschlussgespräch mit dem Kandidaten geführt werden. Sie und auch der Kandidat bekommen dadurch wichtige erste Anhaltspunkte zu dem Verlauf des Besuchs und einer möglichen späteren Einstellungszusage oder Absage. Es sollte ein verbindlicher Zeitrahmen für eine Entscheidung vereinbart werden.

Eine freundliche, schriftliche Absage, sofern Sie den Kandidaten nicht einstellen, ist absolut obligatorisch! Man begegnet sich ja manchmal mehrmals im Leben und der heutige Kandidat für eine Weiterbildungsstelle ist in einigen Jahren vielleicht Facharzt oder Oberarzt und wird sich, wenn er sich dann beruflich neu orientiert, an die Vorstellung in Ihrem Haus erinnern.

Rainer Groll ist Geschäftsführer der Medbörse GmbH & Co. KG. Die Medbörse steht für 20 Jahre Executive Search / Direktsuche im Gesundheitswesen und die erfolgreiche Besetzung von Führungspositionen. Seit über 10 Jahren werden zusätzlich im EU-Ausland Ärzte und medizinische Fachkräfte – u. a. in Tschechien, Lettland, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und der Slowakei – rekrutiert.